July: Beleuchtung am Arbeitsplatz

Sehen und Beleuchtung bilden einen untrennbaren Komplex.

Wer ist eingebunden an das Gebot einer guten Beleuchtung am Arbeitsplatz?

· Mediziner (Arbeitsmediziner, Augenarzt)

· Sicherheitsingenieure in den Betrieben

    • Betriebsleiter
    • Architekten
    • Behördenvertreter

· Elektroinstallateur. Gerade er ist bei kleinen Betrieben für die Qualität der Beleuchtung verantwortlich.

Licht vermittelt den überwiegenden Teil der Informationen, die wir aus unserer Umwelt beziehen. Man geht davon aus, daß wir zirka 90% aller Umwelteindrücke visuell empfangen.

Das Auge übertrifft das zweitwichtigste Organ, das Ohr, in seiner Leistungsfähigkeit um das 200 Fache!

Beweis: Was man in einigen Sekunden gesehen hat, darüber kann man stundenlang reden. Was man in einigen Sekunden gehört hat, darüber kann man auch nur einige Sekunden berichten.

Information mit dem Ohr erleben wir eindimensional, Information aus dem Auge zwei- bzw. dreidimensional.

Unser Sehen ist tageslichtorientiert.

Es müssen stimmen:

  • der Lichtstrom
  • die Lichtstärke
  • die Beleuchtungsstärke
  • die Lichtdichte

Wo?

· in Büros / Großraumbüros z.B. Banken, Ministerien, usw.

· in Fabrikhallen (Bandmontage, Kleinteile- Fertigstellung)

· in der Vorschule / Schule

    • in Kontrollräumen

· in Dienstleistungsräumen, z.B. Friseure/innen; technische Dienste usw.

· in Dienststellen z.B. Polizei, Militär, Heime, Krankenhäuser usw.

    • in Praxis- Räumen

· in Operationsräumen usw.

· in Verkaufsräume usw.

· in Fahrzeugen auf Land, in der Luft und im Wasser usw.

Licht und Sehleistung:

Eigenschaften des Auges:

· das Leuchtdichte- Unterscheidungsvermögen

    • das Formerkennen
    • die Sehschärfe

· das Farb- Unterscheidungsvermögen

Nacht- Myopie oder Dämmerungs- Myopie

  • Sehfehler
  • Auge und Straßenverkehr
  • Psychosomatik und Auge
  • Jagd und Auge

Nicht nur Refraktionsfehler (Sehfehler) und blaues Licht können eine Myopie bewirken. Auch bei abnehmender Leuchtdichte zeigt rund ¼ aller Menschen eine zunehmende Kurzsichtigkeit, wie wir sie auch für blaues Licht beobachten.

Betroffen sind:

- Autofahrer

- Motorradfahrer

- Nachtarbeiter: Jäger und Forstbeamten, Piloten, Polizisten, Soldaten, Zugführer, Ärzte und Pflegepersonal usw.

Adaptationsblendung tritt auf, wenn man aus sehr hellbehandelten Räumen in schlecht beleuchtete Gänge hinaustritt (oder umgekehrt: hineinfährt, z.B. in Tunnels oder im Kino). Hier muß eine ausreichende Anpassungsstrecke geschaffen werden, um Adaptationsblendung zu vermeiden.

Problematisch sind: Großräume . Hier sollen an der Lichtgebung nicht nur die Architekten alleine arbeiten, sondern auch Mediziner und Lichttechniker hinzuziehen, um Licht und Schatten für den Menschen erträglich zu machen. Bereits 20 cm vom Fenster in der Mitte eines Großraumbüros haben wir Verhältnisse wie im fensterlosen Arbeitsraum.

Hier gibt es auch erhebliche psychologische Probleme: In Großraumbüros sitzen Mitarbeiter aller Gehaltsklassen. Man kann beobachten, daß das Einkommen und damit die Position des Personals vom Rauminneren zum Fenster hin ansteigt. „Der Platz an der Sonne" erfreut sich höchster Beliebtheit, und man fühlt sich degradiert, wenn man weit vom Fenster entfernt sitzen muß. P?sychosomatik und Auge

Schwierig wird es in fensterlosen Arbeitsräumen (mit Kunstlicht) bei fehlendem Kontakt zur Außenwelt; keine Informationen über die Tageshelligkeit und über das Wetter ergeben das Gefühl des Eingesperrtseins, eine Art Bunkerangst.

Das Arbeitsklima kann sich erheblich verschlechtern.

Vorbeugemaßnahmen gegen belastende Faktoren während der Büro-Arbeit:

· Meiden Sie Mischlicht, soweit möglich

· Meiden Sie reflektierende Flächen auf der Schreibtischplatte (z.B. durchsichtige Schreib- Unterlagen), an Schaltpunkten usw.

· Meiden Sie polierte Gegenstände auf der Schreibplatte oder in Ihrer unmittelbaren Umgebung.

Prävention zu Augen-Problemen (z.B. asthenopische Beschwerden):

z.B. Ausruhezeiten für Ihre Augen :

Spätestens nach 3 Stunden ständiger Arbeit am PC mindestens 20-30 Minuten die Augen „spazieren lassen", nicht lesen, sondern eher mit Dritten sprechen, pausieren.

Vorteil:

Die Augen feuchten sich wieder an. Die Augenmuskeln entspannen.

Sie haben für sich einige kluge Maßnahmen als Prävention gegen Kopfschmerzen, vorzeitige Ermüdung und Konzentrationsschwierigkeiten durchgeführt. (Siehe oben)