MAKULA-DEGENERATIONEN ALTERSBEDINGT, AMD sensible Erkrankung der Netzhautmitte 1. Trockene Makuladegeneration Symptome: Der Kranke verliert langsam die Fähigkeit, scharf zu sehen. Das bleibt leider oft lange unbemerkt. Ein unscharfer" Fleck breitet sich subjektiv allmählich aus, meist bis man / frau plötzlich nicht mehr lesen kann. Auftreten: Jeder zwanzigste Mensch wird ab dem 60. Lebensjahr mit dieser Alterserscheinung konfrontiert. Diese Erkrankung führt jedoch nicht zur völligen Erblindung: Die Randbereiche des Gesichtsfeldes bleiben sehtüchtig. Ursachen: Die Stelle des schärfsten Sehens in der Netzhautmitte (Makula) wird in höherem Alter weniger gut mit Nahrung aus den Gefäßen versorgt, so daß mehr und mehr Sehzellen zugrunde gehen. Auslösende Faktoren: Ererbte Veranlagung, Arteriosklerose, Kreislauferkrankungen, hoher Cholesterinspiegel und Diabetes mellitus. Nikotin-Abusus (starkes Rauchen). 2. Feuchte Makuladegeneration (Altersbedingte Makuladegeneration – AMD) Durch Neubildung von Gefäßen hinter der Netzhaut, die öfters auch bluten, wird in einigen Fällen die Makuladegeneration verstärkt. Vorkommen: In den Industrie- Ländern, eine der häufigsten Ursachen für den Verlust des zentralen Sehens bei Menschen über dem 50. Lebensjahr. Diese Erkrankung hat eine schlechte Prognose. Symptome: Plötzlich ist das zentrale Sehen hochgradig eingeschränkt, manchmal bald gänzlich zerstört. Die AMD ist die häufigste Ursache einer teilweisen oder völligen Erblindung. Prävention, Prophylaxe der Amd als Selbsthilfe: Ratsam und sinnvoll: Gehen Sie ab dem 40. Lebensjahr jedes Jahr zur augenärztlichen Kontrolle; ab Ende 50. /Anfang 60. Lebensjahr alle 6 Monate gezielt zur Netzhaut- Kontrolle. Stellen Sie unbedingt das Rauchen ein! Genießen Sie Alkohol nur in Maßen. Essen Sie fett- und zuckerarm, dafür viel Obst und Gemüse. Sorgen Sie für viel und regelmäßige Bewegung, aber auch für ausreichende Nacht- und Mittagsruhe zur Entspannung und Kreislaufentlastung. Das Erlernen von Entspannungsübungen kann sinnvoll sein: Autogenes Training. Behandlung: Hier berät Sie Ihr Augenarzt. Sehhilfen: Für die Ferne bringt eine Brille leider keine wesentliche Verbesserung. Eine auf kürzeren Abstand eingestellte Lesebrille macht das Lesen sehr anstrengend. Eine Lupenbrille bzw. Biofokallupenbrille, die bis zum Vierfachen vergrößern kann, muß individuell ausgewählt und ihre Handhabung erlernt werden. Trotzdem in regelmäßige Abstände vom Augenarzt die Rest-Sehleistung betreuen lassen. Tip: Suchen Sie einen LOW- VISION- Spezialisten. Ihr Augenarzt nennt Ihnen einen Fachmann /frau in Ihrer Nähe. (Augenarzt oder Optiker) Investieren Sie nicht kritiklos große Summen in diese Sehhilfen: Seriöse Optiker bieten diese Sehhilfen zum unverbindlichen Ausprobieren an. Hin und wieder kann ein Fernsehlesegerät helfen: Es besteht aus einer Kamera, die Lesende selbst über den Text führen können sowie einem Bildschirm bis zur 25fachen Vergrößerung. Über die Behindertenbeihilfen der Kostenträger kann mit ärztlicher Begründung auch ein Kostenteil beantragt und erstattet werden. Hier berät Sie Ihre Krankenkasse hilfreich und effizient, in Luxembourg die Union des Caisses de Maladie, in Deutschland und Frankreich ebenso die Gesetzlichen Krankenkassen sowie die Privat-Versicherungen und die Beihilfe der übrigen Kostenträger. Über weitere Kostenerstatter informiert Sie auch Ihr Low-Vision-Spezialist. Behandlung Ist individuell und wird am Einzelfall ausgerichtet. Hierzu befragen Sie den behandelnden und betreuenden Augenarzt. Auf Dauer wirksame Medikamente gibt es bis jetzt noch nicht. Gefäßneubildungen am Rande der Makula können mit Laserstrahlen behandelt werden. Diese schmerzlose Behandlung geschieht ohne Narkose und ambulant. Hierbei wird ein spezielles Kontrastmittel i.v. gegeben, das die Gefäßneubildungen verödet. Ihr Augenarzt wird alles dazu Notwendige veranlassen. Diese moderne Art der Augenchirurgie sollte von einem darin erfahrenen Arzt durchgeführt werden. Sie verbessert das Sehen leider nicht immer nachhaltig, kann aber das Fortschreiten der Sehverschlechterung in manchen Fällen subjektiv merkbar aufhalten. Über medizinische Indikationen und Kontraindikationen dieser Methode wird Sie der Augen- Operateur und der operationserfahrene Augenarzt Ihres Vertrauens aufklären. Myopie Kurzsichtigkeit (Myopie) Kurzsichtigkeit, d.h. man sieht gut in der Nähe (aber man sieht schlecht in der Ferne)
Ursache: Der Augapfel ist zu groß, das Bild wird theoretisch vor der Netzhaut abgebildet. Symptom: der Kurzsichtige sieht gut in der Nähe und schlecht in der Ferne. Schulkinder z.B. sehen nur scharf, wenn sie Objekte sehr nahe vor die Augen nehmen. Gefahr: Interesse an der Umwelt nimmt ab, z.B. in der Schule! Die Gefahr, in der geistigen Entwicklung zurückzubleiben, ist für Kinder gegeben. Achtung: Augen kurzzeitig untersuchen lassen, wenn bei den Eltern der Eindruck entsteht, daß bereits beim Kleinkind verzögerte Reaktionen auftreten. Keine Zeit verlieren! Regelmäßige Kontrolle der Netzhaut (vor allem nach Augen- und Kopfprellungen.)
Therapie: Durch eine Brille, die bei Kindern alle 4 bis 6 Monate und bei Erwachsenen einmal im Jahr neu bestimmt werden sollte. Mit einer aktuellen Brillenkorrektur „wachen“ diese Kinder eindrucksvoll auf, d.h. Reduzierung von Aufmerksamkeitsschwierigkeiten durch geistige Ermüdung bei fehlenden oder nicht aktualisierten Brillen. Kontaktlinsen Vereinzelt: HH-Laser-Operationen (z.B. mittels Laser: Lasik-Verfahren) u Operative Korrekturen. Gute Erfolge erlangen auch die Low-Vision-Spezialisten, die mit vergrößernden Sehhilfen arbeiten (Ihr Augenarzt empfiehlt Ihnen den erfahrenen Augenarzt oder den Augenoptiker bzw. Optometristen in Ihrer Nähe).
Die Myopie wird oft beobachtet bei Kindern bereits im Kindergarten, Vorschule, Primärschule. Dies ist eine Myopie, die in dieser Zeit noch nicht voll ausgebildet ist und durch das physiologische Körperwachstum bedingt, vor allem im Pubertätsalter vorkommt und bis zum physiologischen Ende des Wachstums (ca. im 21. Lebensjahr) noch erheblich zunehmen kann. Grund: Das Auge wächst in dieser Zeit stark in der Länge. Ausnahme: Gelegentlich beginnt die Myopie erst im Zeitraum vom 20. bis 30. Lebensjahr (genetisch bedingt).
Gefahr: durch „Überdehnung“ des Auges kann es zu Netzhautschäden kommen, meist in deren peripheren Rändern. Daher regelmäßige Netzhautkontrollen bei medikamentös weitgestellten Pupillen, vor allem nach Kopf-und Augenprellungen.
Vorbeugen: nicht möglich nach den bisherigen Erkenntnissen. Die hochgradige Kurzsichtigkeit kann im höheren Lebensalter noch zu!
Folgen der Myopie:
Netzhautblutungen sowie erhebliche degenerative Veränderungen von Netzhaut und Aderhaut. Netzhaut-Risse und Netzhautablösungen werden nicht selten beobachtet.
Prävention von Netzhautschäden durch Myopie:
mindestens einmal im Jahr bei medikamentöser Pupillenerweiterung die Netzhäute kontrollieren lassen, (mit Dreispiegelglas) evtl. Absicherung der gefährdeten Netzhautareale mit dem LASER- Photokoagulator.
Therapie von älteren oder akuten schweren Netzhautschäden durch Myopie: sehr günstig bei rechtzeitiger Diagnose ist die Operation der Netzhaut z.B. mit dem LASER-Photokoagulator. (Licht-Chirurgie)
bei Nacht-Myopie ● bedeutet häufig eine vorübergehende Zunahme der Myopie während der Dunkelheit (physiologisch bedingt.) Folge: Die getragene Brille gibt vorübergehend eine verringerte Bildgenauigkeit ab. ● wirkt subjektiv sehr störend und erhöht die Unfallgefahr: im Verkehr während der Nacht z.B. im Auto, Flugzeug (Piloten), auf den Motorrad usw. bei der Jagdausübung während der Nacht z.B. beim Ansprechen des Wildes. Vorsicht vor Unfällen während der Jagdausübung! Abhilfe: Exakte Abklärung des Sehfehlers (objektiv und subjektiv) bei Myopie, auch in abgedunkelten Räumen. Abklärung von Krankheitsbildern durch den Augenarzt. Siehe auch SPORT OPHTALMOLOGIE Médecine des Sports |