Glossar P

 Pädiatrie/Kinderheilkunde

Bei Kindern und Jugendlichen

Der Facharzt für Kinder und Jugend-Krankheiten ist ein enger ärztlicher Partner des Hausarztes und des Augenarztes. Er ist ein Teil des exzellenten medizinischen Netzwerkes und gilt als Internist für seine kleinen und jungen Patienten. Er ist häufig hausärztlich tätig, arbeitet als Kardiologie und Endokrinologie usw. Er ist unverzichtbar für die Exploration, Diagnose und Therapie von Augenerkrankungen.

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 PRÄVENTION/PROPHYLAXE/VORSORGE

FÜR AUGEN-FEHLENTWICKLUNG:

Die Eltern können zur normalen Entwicklung der Sehfähigkeit ihres Kindes und frühzeitigen Erkennung von möglichen Sehstörungen erfolgreich beitragen, wenn sie ihr Kind aufmerksam beobachten und bei den unten aufgeführten Besonderheiten mit ihrem Arzt sprechen.

Wichtig für die Sehentwicklung des Kindes ist, daß Sehstörungen frühzeitig erkannt werden, weil dann die Behandlung beste Erfolge bringt.

Kinder sollen dem Ophthalmologen vorgestellt werden, wenn z.B. beobachtet werden:

- Auffälligkeiten im Bereich der Augen (ein- oder beidseitig).

- Lidveränderungen (insbesondere hängende Lider mit Verlegung der Pupille).

- Trübungen der Hornhaut.

- grau weißliche Pupille.

- Augenzittern.

- große Augen mit Lichtscheu (anormal großer Hornhautdurchmesser = Buphthalmus).

- Abweichungen von der Sehachse z.B. Schielen.

- Auffällige Blickbewegungen.

- Schwierigkeiten beim Lesen oder beim Abschreiben von der Tafel.

Mit 6 bis 12 Lebensmonaten

Risikokinder für ein Schielen durch hohe Brechungsfehler und/oder erbliche Augenerkrankungen sind z.B. Frühgeburten; Kinder von schielenden oder stark fehlsichtigen Eltern (besonders bei Übersichtigkeit Hyperopie); Kinder aus Familien mit bekannten erblichen Augenerkrankungen usw. sollen ebenfalls dem Augenarzt vorgestellt werden.

Ab 2 Lebensjahren

Alle Kinder mindestens einmal pro Halbjahr präventiv zur Entdeckung des kleinwinkligen Schielens und von Brechungsfehlern dem Augenarzt vorstellen.

MERKE: Nach der Entwicklung eines normalen beidäugigen Sehens kann auch in den Folgejahren noch ein Schielen auftreten, das bei rechtzeitiger Diagnose gut und erfolgreich behandelbar ist.

Kinder und Jugendliche

Bei durch das jugendliche Wachstum bedingten Veränderungen der Augapfel-Form, sollten präventiv bei Kindern und Jugendlichen alle 4 bis 6 Monate die Sehfehler abgeklärt werden: Somit werden erhöhte Ermüdbarkeit und Konzentrationsschwächen präventiv vermieden. Schwierigkeiten in der Schule können somit vorgebeugt werden wie z.B. eine „Pseudo-Leserechtschreibschwäche“.

Zirka 5-10 % aller Kinder zeigen Anlagen für eine Form von Dyslexie (Lese-Rechtschreibschwäche) und davon wieder 10 % eine Dyskalkulie sowie Wahrnehmungsdefizite

Wegen der oculären und auditiven Beteiligung des Gehirns bei der Wahrnehmungsstörung sollen Kinder dem Augenarzt und HNO-Arzt (Facharzt ORL) vorgestellt werden. (Prävention!)

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 Psychiatrie -PSYCHIATER-

Facharzt für Psychiatrie. Partner des Augenarztes bei der Betreuung seelisch belasteter Patienten, z.B. bei drohender Erblindung sowie vielfältigen psychosomatisch bedingten Beschwerden.

Er ist Teil des medizinisches Netzwerkes des Augenarztes. Häufig haben Ärzte für Psychiater in Doppelfunktion beide Fachrichtungen: Facharzt für Neurologie und Psychiatrie.

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 Psychosomatik und Auge

Psychosomatik ist die Bezeichnung für die Wechselwirkung von Körper und Seele.

Im klinischen Sprachgebrauch: die Bezeichnung für eine Krankheitslehre, die psychisch bedingte Einflüsseauf somatische Vorgänge berücksichtigt

Organsprache des Auges

Der Volksmund kennt viele Ausdrücke zur Beschreibung eines psychischen Zustandes durch die "Augensprache":

- die Augen können jemanden festhalten…

- Blicke ineinander tauchen…

- Liebäugeln…

- einen Menschen mit einem Blick streifen…

- Augen können lachen, funkeln, blitzen, sprühen, drohen…

- Liebe macht blind...

- Wenn Blicke töten...

- es gehen jemandem die Augen auf…

- die Augen sind traurig, fröhlich, angriffslustig, ängstlich...

Diese seelischen Reaktionen lassen sich mit einem Blick der Augen auslösen und ausdrücken.

Die Augen drücken Gefühle aus und sind mitverantwortlich für die Mimik und die Kommunikation zwischen den Menschen.

Bis zur Etablierung der Psychosomatik als eigenständige medizinische Disziplin wurden leider psychogene Augenerkrankungen oft als „Hysterie“ bezeichnet. Die Differenzierung zwischen Aktualneurosen und Psychoneurosen, bzw. neurotischen und psychogenen Sehstörungen (Freud, 1910), dürfte für die Erörterung der psychosomatischen Erkrankungen des Auge wesentlich sein.

Manche Störungen, wie z.B. der Verlauf der Glaukom-Krankheit, lassen sich eher unter der Problematik einer Aktualneurose verstehen, z.B. als „Therapieresistenz“ des Glaukoms.

- Bei Säuglingen, Kleinkindern und Erwachsene: psychische oder psychosoziale Hintergründe führen zu oberflächlichen Störungen des Auges und seiner Muskeln wie z.B. Schielen und Lidrand- Entzündungen, häufig therapieresistent, oftmals chronisch.

- Bei Jugendlichen zeigt sich ein psychogenes Schielen z.B. bei präpubertären Myopien und Hyperopien.

Ebenso „Magenschmerzen“ bei Schulangst(Gastrointestinal-Beschwerden) und Kopfschmerzen.

- Während der "midlife crisis" zeigen sich durch psychosomatische Situationen Glaukome mit einhergehenden Ängsten wegen Sehverlust und Gesichtsfeldverlust bis hin zur Erblindungsangst.

- Häufig zeigen sich dadurch auch Lidrandentzündungen und krankhaftes teilweise heftiges Augentränen, häufig therapieresistent, oftmals chronisch.

Der Glaukompatient ist natürlich ein „besonderer augenkranker und sehr sensibler Patient“.

Einige Augenerkrankungen, die nachweislich psychosomatische Ursachen haben, können leider häufig auch chronisch werden bei mäßiger bis mangelhafter Heilungstendenz (Therapie-Resistenz):

- Conjunctivitis sicca ("Trockenes Auge")

- Conjunctivitis bei Alkohol- Problemen

- Lidrandentzündungen und Bindehautentzündungen sind häufig die objektiven Befunde der Asthenopie

- rezidivierende Hornhauterosionen (Aufbrechen der Hornhautepithels) z.B. durch familiäre und schulische sowie berufliche Konflikte hervorgerufen).

- Störungen in der Mitte des Auges: wie Iridocyclitis (Entzündung der Iris), Chorioretinitis (Entzündung der Aderhaut und Netzhaut).

MERKE:

Es zeigen sich auch Depressionen, Introvertiertheit und Minderwertigkeitsgefühle. Andere Beobachter berichten vom typischen Glaukom der Streßsituation (Trauer, Furcht, übergroße Anstrengungen im Beruf, beim Sport, Wunsch nach Perfektionismus und Genauigkeit usw.)

Häufig finden sich bei diesen Patienten auch:

- psychosomatische Symptome wie Kopfschmerzen mit Magenbeschwerden, Angina pectoris, Durchfall unklarer Ursache.

- häufiger Harndrang

- leichte Ermüdbarkeit bis hin zu "Sekunden- Schlaf"

- Anpassungsschwierigkeiten durch übermäßige Gewissenhaftigkeit, peinlicher Genauigkeit (Ordnungsfanatiker)

- Schwierigkeiten bei zwischenmenschlichen Beziehungen

- Sexualstörungen

Es wird berichtet über akute Glaukom- Anfälle bei Veränderungen der Lebenssituation.

Psychosomatische Aspekte des unscharfen Sehens

Brechungsfehler der Augen können die Persönlichkeitsentwicklung erheblich beeinflussen und ein Teil der Persönlichkeitsstruktur werden.

Bekannte Persönlichkeitstypen:

  • der intellektuelle zurückgezogene Kurzsichtige
  • der extrovertierte Weitsichtige
  • das typische kurzsichtige bzw. fehlsichtige Kind; es gilt oft als Versager bei Sport und Spiel, meidet häufig Kino und Theater. Es geht gerne in die Schule, ist häufig anderen Kindern leistungsmäßig überlegen.
  • das typische weitsichtige Kind ist das genaue Gegenteil: gilt beim Lehrer als faul und unaufmerksam, ist aber ansonsten überall beliebt, ist ein guter Sportler.

Hier steuert bereits das Verhalten der Umwelt (Schule und Familie) die Verhaltensweise des Kindes und ist häufig schon ein psychosomatischer Auslöser verschiedenster Augenerkrankungen und "Magenbeschwerden" durch Schulangst, hervorgerufen z.B. durch Wahrnehmungsdefizite.

Ophthalmologische Probleme mit psychosomatischem Hintergrund nach chirurgischen Eingriffen am Auge:

Postoperative Psychosen häufig auftretend bei älteren Patienten, beruhen nicht immer auf den toxischen Wirkungen der vom Anästhesist und/oder verwendeten Beruhigungsmodell (Sedativa) und Schmerzmitteln, sie hängen auch von der Dauer beidseitiger Augenverbände ab. (Abhilfe: das nicht operierte Auge freigeben).

Nach dem augenchirurgischen Eingriff zeigen sich häufig sensationelle seelische Belastungen beim Erwachsenen:

· Enorme Angstgefühle

· postoperative Psychosen

· Halluzinationen und Wahnvorstellungen (treten besonders bei älteren Menschen auf).

Für das Kind ist der Eingriff am Auge eine subjektiv schrecklich empfundene dramatische Erfahrung.

Kinder empfinden die Operation oft als Bestrafung.

Unterstützung und Hilfe: durch Ihren Hausarzt, Augenarzt und jeden Arzt Ihres Vertrauens.

oder:

SOS Détresse- Hellef iwwer Telefon a.s.b.l.

Tél: 00352 45.45.45.

Kanner Telefon

Tél: 00352 12345

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Pupillenmotorik

Streng genommen hat kaum ein Mensch völlig gleiche Pupillen.

· Physiologische Anisokorie (Pupillendifferenz)

Wichtig: die Variabilität der physiologischen Anisokorie abhängig von Tageszeit, Jahreszeit, Alter, unterschiedlicher Beleuchtungsstärke von den Seiten her.

Diagnose: wenn der individuelle Pupillendurchmesser im Hellen und Dunkeln gleich ist.

· Abnorme physiologische Anisokorie

Ist eine übersteigerte Ursache: der Pupille durch Aktivitäten des Vergetativismus. Häufig entsteht ein Teufelskreis: Die Pupillendifferenz beunruhigt den Patienten, der Sympaticotonus steigt, die Pupillenoszillationen nehmen noch mehr zu.

Hier ist es wichtig, den Patienten zu überzeugen, daß kein Zeichen einer Erkrankung des Gehirns vorliegt. Hier sollte auch der Neurologe hinzugezogen werden, um dem Patienten eine Unbedenklichkeit zu bestätigen.

Verstärktes und unregelmäßig von den Seiten einfallendes Licht kann ebenfalls die Ursache sein. Lassen Sie sich vom Augenarzt beraten.

· Emotional bedingte Pupillenstörungen

- bei Ermüdung

- bei gesteigerter geistiger Aufmerksamkeit

- im Streß

- beim Schreck und Freude („vor Schreck/Freude weite Pupillen“)

- über weitere Erscheinungsformen und Ursachen lassen Sie sich von Ihrem Augenarzt beraten.

Gefahr: Auslösung eines Winkelblock- Glaukoms bzw. Verschlimmerung eines chronischen Glaukoms (Engwinkel).

Auslöser:

- Hypermagnesiämie, wie sie bei Dialyse- Patienten hin und wieder vorkommt

- Tranquilizer und Barbiturate

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