Juni: Kopfschmerzen

Definition:

Kopfschmerzen sind im streng wissenschaftlich - medizinischem Sinn keine Krankheit, sondern ein Symptom eines Grundleidens: 

Der Mensch leidet.

Ursache und auslösende Faktoren:

Sind vielfältiger Natur – allgemein kommen in Frage:

Eine Auswahl:

- Erkrankungen der Augen

- nicht korrigierte Sehfehler d.h. es wird keine oder noch nie eine erforderliche Brille getragen

- zu alte, nicht mehr aktuelle Korrekturen der Sehfehler (Brillen)

- unterschiedliche Sehfehler (z.B. ein Auge ist myop, das andere astigmatisch; es gibt viele Möglichkeiten unterschiedlicher 
  Sehfehlerkombinationen

- Augenmuskelstörungen (latentes oder manifestes Schielen)

- unregelmäßiges Tragen der Brille oder verschiedene alte Brillen im Gebrauch

- nicht oder ungenügend behandeltes Glaukom

- Halswirbelsäulen- Syndrom (HWS- Syndrom) durch Fehlhaltung in sitzender Berufen sowie dadurch bedingte Muskel-
   verspannungen

- Nasennebenhöhlen-Infektionen, eventuell chronisch

- Bluthochdruck, eventuell auch Attacken durch Stress

- Medikamente z.B. Anti-Baby- Pille

- Wetterfühligkeit z.B. nach stumpfen Schädelhirn- Traumen (Gehirnerschütterung)

- vor, bei und nach Reisen soll man denken an: Klimaveränderungen, Zeitumstellungen (Jet- Lag)

- zu starke Sonneneinstrahlung

- ungenügende Höhenanpassung (Flugzeit, Urlaub im Gebirge)

- zu intensiver Alkoholgenuß (auch nur bei seltener Gelegenheit)

- das Rauchen provoziert und verlängert die Beschwerden

- Infektionen, Fieber usw.

- Migräne ophtalmique (nicht die "echte" Migräne)

- zu viel eingenommene Medikamente gegen die Kopfschmerzen

Erscheinungsformen

  • Art, Ausprägung und Lokalisation der Schmerzen sind vielfältig, z.B. dumpf, stechend, pochend, ziehend.
  • Die Qualität und Stärke wechseln oft, die rechte und linke Kopfhälften sind wechselseitig, einseitig oder beide gleichzeitig betroffen.
  • Die Schmerzen ziehen vom Nacken in den Hinterkopf, von dort zur Stirn, in die Schläfengegend, in die Augenhöhlenbereiche; oft empfindet man sie hinter den Augen lokalisiert.

· Alle Kombinationen von Lokalisationen und Intensitäten sind möglich.

Was tun?

Tip: Den Augenarzt aufsuchen: eine Augen- Kontrolle und regelmäßige Betreuung durch ihn, z.B. bei:

- Sehfehlern oder Verdacht auf möglich Sehfehler (Symptome: z.B. Augenbrennen, Sehbeschwerden)

- Sehleistung- Verschlechterung in der Ferne und / oder in der Nähe: (sofortige Konsultation)

- Augeninnendruck kontrollieren

- Inspektion des Organes Auge regelmäßig durchführen lassen

- der Funktion der Augenmuskel

- Gesichtsfeld (durch Perimetrie)

- bisherige Brillenstärke (zu alt?)

- Sitz der Brille (hier ist eine Zusammenarbeit zwischen Augenarzt und Optiker notwendig)

· Meist sind die Kopfschmerzen mit unklarer Ursache bei Augenpatienten bereits nach Stunden oder Tagen nach Erhalt der ersten oder einer
  neuen Brille verschwunden. Über den Zeitabstand der Kontrollen wird nach individuellen Kriterien des Patienten beraten.

· Wie oft kommen die Patienten zum Augenarzt? Oft erst aus eigenem Antrieb, weil Sie nach ihren Angaben bereits kompetente Ärzte vielen  
  Fachrichtungen konsultiert haben, ohne daß trotz umfangreicher Suche eine Ursache für die Kopfschmerzen gefunden werden konnte.

· Zusätzlich durchgeführte CT- und Kernspinuntersuchungen hatten Normalbefunde ergeben. Wie sollten auch die Ursachen der
  Kopfschmerzen zu finden sein, wenn nicht korrigierte Sehfehler oder nicht therapierte Augenwinkel-Störungen vorlagen, ohne daß der
  Patient oder der konsultierte Arzt es wußten?

Findet der Augenarzt keine Ursache der Beschwerden, dann stellt er die Weichen zur Konsultation: (individuell freier Reihenfolge)

- beim Gynäkologen und Urologen wegen möglicher organischer und / oder psychosomatischer Beschwerden, z.B. Angstzuständen
       >> Angst und Auge.

- beim Hausarzt /Allgemeinarzt /Generalisten Problemen mit Blut-Kreislauf und -Gefäßen

- beim Kinder- und Jugendarzt

- beim Kinder- und Jugendpsychiater u.a. wegen möglicher psychosomatische Beschwerden z.B. Schulangst

- beim Neurologen und Psychiater auch wegen möglicher organischer und / oder psychosomatische Beschwerden z. B. bei beruflichen

   Problemen

- beim Orthopäden (Haltungsschäden, z.B. durch Büro- oder Werkstatt- Mobiliar)

- beim Psychologen (s. Neurologen und Psychiater)

- beim Röntgenologen bzw. Neuro. Röntgenologen

Die erhobenen Befundberichte kommen dann zum Augenarzt zurück, so daß der Patient durch seinen Arzt einen genauen Einblick in die Ursachen und Zusammenhänge seiner Leidensgeschichte bekommen kann.

Parallel zu diesen Diagnose- Aktionen betreut der Augenarzt seine Patienten individuell weiter.

Tip: für Brillenträger zur Vermeidung des Symptoms Kopfschmerz:

- Brille nach Rat des Arztes regelmäßig aktualisieren lassen

- immer die neueste Brille tragen, ältere Gläser nicht mehr benutzen

- Eingewöhnungszeit und Umstellung des Sehens auf die neue Gläser durchstehen (in der Regel 6-14 Tage)

- wenn mehrere Monturen gerne gewechselt werden, stets darauf achten, daß in jeder Montur die Gläser der neuesten
   Überprüfung und Rezeptur getragen werden.

Merke: unterschiedliche Bildqualitäten überfordern das Gehirn: Sie provozieren Kopfschmerzen und senken die Aufmerksamkeit (häufige Ursache des sogenannten ADS, d.h. des Aufmerksamkeit- Defizit- Syndroms.>>LinkE

In den Jahren 1985 bis 1988 hat die Internationale Kopfschmerzgesellschaft mit einer Arbeitsgruppe ein Ordnungssystem geschaffen, mit dem heute Ärzte die vielen Kopfschmerzformen exakt einteilen können.

Die Klassifikation der Internationalen Kopfschmerzgesellschaft hat die Kopfschmerzen in folgende Haupttypen untergliedert:

  • Primäre Kopfschmerzen

- Migräne

- Kopfschmerzen vom Spannungstyp Cluster

- andere Kopfschmerzen ohne strukturelle Läsion

  • Sekundäre oder symptomatische Kopfschmerzen

- bei Kopfverletzungen

- bei Blutgefäßerkrankungen (Anmerkung: z.B. bei Diabetes mellitus, Bluthochdruck usw.)

- bei nichtgefäßtbedingter Hirnerkrankung

- bei Substanzwirkung oder- Entzug

- bei Allgemeininfektionen

- bei Stoffwechselerkrankungen

- bei Erkrankungen von Kopf- und Gesichtsstrukturen

    • Kopfneuralgien
    • nicht klassifizierbarer Kopfschmerz

Zu diesen Punkten befragen Sie bitte Ihren Augenarzt, Hausarzt (Allgemeinarzt/Generalisten), Gynäkologen, Internisten, Neurologen, Neuroradiologen, ORL, Pädiater, Urologen und Orthopäden sowie Psychiater und Psychologen/Psychotherapeuten. Diese Spezialisten werden Sie erforderlichenfalls gezielt zu ihnen sinnvoll erscheinenden Untersuchungen weiterleiten. Sie werden Sie auch informieren über Schmerzen als eigenständige Erkrankungen, den biologischen Schmerz (z.B. bei Reizüberflutung der Sinnesorgane (Lärm, Licht wie z.B. in der Disko) sowie den pathologischen Schmerz.

Beim 1. Arztgespräch teilen Sie bitte die Vorgeschichte (Anamnese) genau und ausführlich mit - am besten bringen Sie Ihre Vorgeschichte bereits schriftlich vorbereitet mit – somit wird kein Punkt vergessen.

Wichtig sind: Ihre Angaben über:

- Häufigkeit

- Lokalisation der Kopfschmerzen

- Dauer der Einzelattacken

- Kopfschmerzintensität

- Verlauf der Kopfschmerzen

- Auslösefaktoren

- Familienvorgeschichte (Familienmitglieder auch unter Kopfschmerz leidend?)

Die häufigste und am weitesten verbreitete Kopfschmerzerkrankung ist die Migräne.         >> Migräne